Förderverein Wildpark Pforzheim e.V.

Jubiläums-Video

Video vom 40-jährigen Jubiläum

Mit zahlreichen Attraktionen wie Kinderschminken, Holzschnitzen oder Pantomime hat der Wildpark Pforzheim am Wochenende vom 18. - 20. April 2008 40-jähriges Bestehen gefeiert. zum Video »

Fischotter-Kachel

Fischotter-Kachel

Die Fischotter-Kachel als limitierte Künstlerkeramik - Gestalten Sie den Wildpark aktiv mit! Eine Aktion der Pforzheimer Schmuckwelten. mehr »

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Der SWR 4 zu Gast im Wildpark
27. August 2010

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Alles zum Fischotter

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Video vom Otterzentrum Hankensbüttel


Fischotter lebten früher auch an Enz, Nagold und Würm. Die Zeiten, als die posierlichen Tierchen an unseren heimischen Flußufern zu beobachten waren, sind längst vorbei. Nicht nur hier bei uns, sondern fast überall in Deutschland haben Flußbegradigungen, intensive Bejagung und der Ausbau des Straßennetzes dazu geführt, daß den Fischottern die Lebensgrundlage entzogen wurde. In Baden-Württemberg gibt es nur noch Restbestände dieser streng geschützten Tierart.

Mit unserem Projekt wollen wir den Fischotter zurückholen in unsere Heimat, wenn auch nicht in freier Wildbahn, so doch im Pforzheimer Wildpark. Ein groß angelegtes Gehege, zentral gelegen gegenüber dem Ewald-Steinle-Haus, soll mit Seen, Brücken und Unter-Wasser-Zonen Fischottern und Waschbären ein naturnahes Biotop und den Jahr für Jahr Hundertausenden Wildpark-Besuchern eine außergewöhnliche Attraktion bieten.

Dazu hoffen wir auf Ihre Unterstützung. Wir brauchen jede Hilfe, um dieses ehrgeizige und für die Region einzigartige Projekt realisieren zu können. Werden Sie Mitglied im Förderverein oder spenden Sie gezielt für das Fischottergehege. Der Förderverein Wildpark bedankt sich für Ihre Mithilfe.




Daten und Fakten zum Fischotter

Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie

Der Fischotter (Lutra lutra) ist ein in an das Wasserleben angepasster Marder und zählt zu den besten Schwimmern unter den Landraubtieren. Er kommt in fast ganz Europa vor und wird einschließlich Schwanz ca. 90 Zentimeter lang. Eine eindeutigere Bezeichnung für diese Art ist Eurasischer Fischotter, da es in der Gruppe der Otter noch weitere Arten gibt, die Fischotter heißen, beispielsweise den Indischen oder die Amerikanischen Fischotter.

Merkmale:

Der Fischotter hat eine Größe von bis zu 90 cm, hinzu kommen 40 cm Schwanz. Der im Querschnitt rundliche und muskulöse Schwanz ist der längste Schwanz innerhalb der Familie der Marder. Er dient dem Fischotter als Steuer- und Stabilisierungsorgan.

Fischotter haben eine Schulterhöhe von etwa 25 bis 30 Zentimeter. Ausgewachsene Fischotter können ein Körpergewicht bis zu 12 kg erreichen. Im Schnitt wiegen die Weibchen allerdings etwa 7,4 und Männchen 10,5 Kilogramm. Der Körper ist gestreckt und walzenförmig und die Beine kurz, der Kopf rundlich und stumpfschnauzig, und an der Schnauze befinden sich lange Tasthaare, die für ihn ein wichtiges Sinnesorgan in trüben Wasser darstellen. Die Zehen sind mit Schwimmhäuten verbunden. Seine Farbe ist hellbraun. Mit zunehmendem Alter färben sich seine Kehle und sein Vorderhals weißlich.

Der Pelz des Fischotters bietet aufgrund der ungewöhnlichen Struktur seiner Haare eine besonders wirkungsvolle Isolation gegen Kälte und Näße: die Haare sind, wie bei einem Reißverschluß, mittels mikroskopisch kleiner, ineinander greifender Keile und Rillen miteinander verzahnt. Es entsteht ein außerordentlich dichtes Pelzgeflecht, welches isolierende Luftblasen festhält, gleichzeitig aber Wasser abweist. Auf diese Weise bleibt die Haut des Otters trocken und der Körper warm, obwohl dieser im Unterschied zu Delfinen, Walen, Eisbären oder Seelöwen über keine dicke Fettschicht verfügt. Insgesamt schützen 80 bis 100 Millionen Haare den Fischotter vor einem Wärmeverlust; das sind bis zu 50.000 Haare pro Quadratzentimeter. Der Haarwechsel beim Fischotter vollzieht sich nur sehr langsam und etwa 10 Prozent seiner Wachzeit verbringt das Tier damit, sein Fell zu pflegen.

Verbreitung:

Den Fischotter findet man in fast ganz Europa. Er fehlt lediglich auf Island und auf den Inseln des Mittelmeers. In Asien ist er nördlich bis zum Polarkreis und noch einige Kilometer darüber hinaus verbreitet. Er meidet hier allerdings die zentralasiatischen Steppen und Wüsten. Er kommt außerdem auf Japan und bis zu den Sunda-Inseln und im westlichen Nordafrika (Marokko und Algerien) vor. Im Gebirge steigt er bis 2500 m auf. Innerhalb des Verbreitungsgebietes ist er jedoch in vielen Regionen bedroht. In Zentraleuropa gibt es noch größere Bestände in Tschechien, im Osten Deutschlands und im Bayerischen Wald sowie noch einige Restpopulationen in österreich. In der Schweiz ist er seit 1989 ausgestorben.

Innerhalb dieses großen Verbreitungsgebietes werden bis zu 13 Unterarten beschrieben. Die genaue taxonomische Gliederung ist immer noch nicht abschließend geklärt. In Mitteleuropa ist die Nominatform Lutra lutra lutra beheimatet, die 1758 von Carl von Linné beschrieben wurde.

Lebensraum:

Sein bevorzugter Lebensraum sind flache Flüße mit zugewachsenen Ufern und überschwemmungsebenen. Der Rückgang solcher Habitate und die Bejagung haben dazu geführt, daß der Fischotter stellenweise verschwand und an vielen Stellen extrem selten geworden ist. Er kommt aber mit allen Arten von Süßwasser-Lebensräumen zurecht, solange die Gewäßer klar und fischreich sind und ihm ausreichend Versteckmöglichkeiten entlang der Ufer bieten.

Fischotter kommen auch im Salzwasser vor. An den deutschen Meeresküsten gibt es zwar keine Otter mehr, wohl aber in Skandinavien und Schottland.

Seine Anwesenheit verrät er durch gut getarnte Außtiege am Ufer. Entlang der gelegentlich ausgetretenen Otterpfade laßen sich Otterkot (Losung) sowie Beutereste finden. Auf schlammigem Untergrund oder in Schnee sieht man nicht nur die Trittspuren (Trittsiegel), auch die Schleifspur des Schwanzes ist erkennbar.

Lebensweise:

Eine einheitliche Lebensweise von Fischottern gibt es nicht: Je nach Umgebung (Landschaft, Störungen) und individuellen Neigungen paßen Fischotter ihre Lebensweise an, um möglichst gut überleben zu können. Sie sind nacht- und tagaktiv. Während sie am Ufer ruhen, bewegen sie sich zur Zeit ihrer Aktivität im Wasser. Die Tiere sind gute Schwimmer und Taucher. Sie können bis zu acht Minuten unter Wasser bleiben, wenn sie nicht gestört werden. Beim Schwimmen ragen Kopf und Hals aus dem Wasser heraus, während der restliche Körper unter Wasser bleibt.

Am Ufer gräbt der Fischotter einen Bau, deßen Eingang etwa 50 cm unter der Wasseroberfläche liegt; die Wohnkammer befindet sich über der Hochwassergrenze und bleibt trocken. Ein Luftschacht verbindet sie mit der Außenwelt.

Nahrung:

Der Fischotter frißt das, was er am leichtesten erbeuten kann. Einen großen Teil seines Beutespektrums stellen Fische dar, wobei er überwiegend kleine Fischarten erbeutet und darunter langsame und geschwächte Tiere. Ihm kommt daher eine Rolle bei der Gesunderhaltung der Fischbestände zu. Auch andere Tiere werden vom Fischotter gejagt: Bleßhühner, Enten, Bisamratten, Wasserratten, Frösche und Flußkrebse. Kleinere Beutetiere werden im Wasser gefressen, größere erst an Land gebracht.

Fortpflanzung:

Die Fischotter paaren sich nicht im Wasser, sondern an Land. Die Hauptranzzeit liegt im Februar und März. In dieser Zeit gesellen sich Männchen zu den Weibchen und halten sich stets in ihrer Nähe auf.

Die Tragzeit des Weibchens beträgt zwischen 58 bis 62 Tage. Dann werden die ein bis vier Jungen geboren, die normalerweise einen Wurf ausmachen. Die Jungtiere sind bei ihrer Geburt blind, wiegen etwa 80 bis 100 Gramm und haben eine Körperlänge, die selten 15 Zentimeter überschreitet. Die anfangs hilflosen Tiere krabbeln erstmals in einem Lebensalter von zwei Wochen im Bau umher, die Augen öffnen sie frühestens an ihrem 31. Lebenstag. Die ersten Schwimmversuche unternehmen sie ab der 6. Lebenswoche. Von der Mutter werden sie zwischen acht und 14 Wochen gesäugt; sie bleiben jedoch in der Regel vierzehn Monate in der Nähe in der Mutter, um von ihr die Jagd zu erlernen.

Männliche Fischotter sind mit zwei Jahren geschlechtsreif, Weibchen pflanzen sich dagegen erst in ihrem dritten Lebensjahr fort.

Feinde und Lebenserwartung:

In Gefangenschaft gehaltene Fischotter erreichten ein Lebensalter von bis zu 22 Jahren. In der Natur lebende Fischotter erreichen dieses Alter nicht; nur 15 Prozent der Jungtiere eines Jahres werden älter als drei Jahre. Durchschnittlich leben sie 8 bis 13 Jahre.

Zu den Feinden des Fischotters zählen der Wolf, der Luchs, der Seeadler sowie frei laufende Hunde. Es sind allerdings vor allem weniger erfahrene Jungtiere, die ihnen zum Opfer fallen.

Der gefährlichste Feind des Fischotters ist allerdings der Mensch. Lebensraumzerstörung und die Verschmutzung der Gewäßer, Nahrungsverknappung, Straßenverkehr und Fischreusen sind die Hauptursache, warum Fischotter kein hohes Lebensalter erreichen.

Entwicklungsgeschichte:

Die Familie der Marder, zu denen auch die Fischotter gehören, begann sich vor etwa 38 Millionen Jahren in verschiedene Linien aufzuspalten. Aus einer dieser Linien entwickelten sich die kleinen und extrem wendigen Jäger, zu denen der Fischotter zählt. Foßilien der Gattung der Otter findet man das erste Mal im Mittelpleistozän, die damit etwa eine Million Jahre alt sind. Paläontologen sind allerdings davon überzeugt, daß die bisherigen Funde keine direkten Vorfahren der Fischotter darstellen.

Bestandsentwicklung:

Der Fischotter hatte lange Zeit einen schlechten Ruf. Er galt als Mörder von Lämmern und man behauptete, er würde Jagdhunde unter Wasser ziehen und sie dort ertränken. Im Mittelalter galt die Jagd auf den Otter als nützliche und "vergnügliche" Jagd. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert intensivierte sich die Jagd auf diese Marderart, zumal sein Fell von Kürschnern gerne zu Mützen, Kragen und Mänteln verarbeitet wurde. Ende des 19. Jahrhunderts wurde beispielsweise in der Schweiz die Jagd auf den vermeintlichen Fischräuber sogar mit Prämien der Kantone und vom Bund gefördert. ähnliches galt für Deutschland.

Heute steht der Fischotter in den meisten Ländern unter Schutz. In Deutschland fällt der Fischotter zwar immer noch unter das Jagdgesetz, allerdings ist die Jagd auf ihn seit 1968 untersagt. Der Schutz des Otters setzte dabei zu einem Zeitpunkt ein, zu dem der Bestand der Tiere bereits nachhaltig dezimiert war. In den meisten Ländern galt er zum Zeitpunkt der Unterschutzstellung als vom Außterben bedrohte Tierart. In Deutschland zeigte sich, daß trotz der Unterschutzstellung die Fischotterbestände zurückgingen. Dazu trugen die Verbauung von Gewäßern, umfangreiche Trockenlegungen von für ihn wichtigen Lebensräumen und großräumiges Abholzen von Ufervegetation bei. Gleichzeitig bewirkten Schwermetalle, Pestizide und polychlorierte Biphenyle, daß viele Fischotter nicht mehr in der Lage waren, sich fortzupflanzen.

In Deutschland nehmen die Bestände in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und in Sachsen dank guter Schutzmaßnahmen seit etwa 1990 wieder zu. Erfolgreiche Wiederansiedlungen wurden außerdem in Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vorgenommen. In Niedersachsen kommt er wieder in allen geeigneten Lebensräumen vor. In Nordheßen und Baden-Württemberg gibt es Restbestände, die streng geschützt sind. Nach Thüringen sind bereits wieder Tiere aus Nachbarregionen eingewandert. In Nordrhein-Westfalen fand man bisher nur vereinzelt eingewanderte Tiere. In Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie in den Stadtstaaten fehlt der Fischotter.

In österreich kommt er hauptsächlich im Wald- und Mühlviertel vor. Einige Ansiedlungen gibt es auch im südlichen Burgenland und der Oststeiermark. Seit etwa zehn Jahren nimmt der Bestand wieder zu.

In vergangenen Jahrhunderten bewohnte der Fischotter auch die Küsten und schwamm regelmäßig zu den Inseln in Nord- und Ostsee. Dies kommt heute in Deutschland nicht mehr vor, allerdings gibt es noch immer Fischotter in den schwedischen Schären.

In der Schweiz fand man eine letzte Spur eines Fischotters 1989 am Neuenburgersee. Projekte zur Wiederansiedlung befinden sich noch in der Abklärungsphase. Priorität hat hingegen die Erhaltung des Bestandes in den Nachbarländern.

In Tschechien breitet sich der Fischotter seit Anfang der 1990er Jahre wieder aus und besiedelt nun wieder etwa die Hälfte des Landes.

Von der IUCN wird der Fischotter insgesamt als "gering gefährdet" eingestuft.

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