Förderverein Wildpark Pforzheim e.V.

Jubiläums-Video

Video vom 40-jährigen Jubiläum

Mit zahlreichen Attraktionen wie Kinderschminken, Holzschnitzen oder Pantomime hat der Wildpark Pforzheim am Wochenende vom 18. - 20. April 2008 40-jähriges Bestehen gefeiert. zum Video »

Fischotter-Kachel

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Der SWR 4 zu Gast im Wildpark
27. August 2010

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Ewald Steinle

Der Vater des Wildparks

Der Wildpark Pforzheim ist eine 40jährige Erfolgsgeschichte. Untrennbar ist er mit dem Namen Ewald Steinles verbunden.

Schon lange Jahre vor der Gründung des Wildparks hatte Otto Niebel, ein Mitarbeiter des damaligen Garten- und Friedhofsamtes, die Stadtverwaltung mit seinem Wunsch nach einem Wildpark für die Einwohner der Stadt Pforzheim angeschrieben. Dort fand die Idee aber aufgrund befürchteter Folgekosten für die Stadt Pforzheim, wenig Befürworter. Schließlich nahm sich Ewald Steinle, erfolgreicher Geschäftsmann und jahrzehntelang Gemeinderat, davon lange Zeit Fraktionsführer, dieser Idee an.

Er überzeugte viele der kommunalen Entscheidungsträger vom Nutzen eines Wildparkes für die Bevölkerung der Stadt. Im Sommer 1967 berief er eine Versammlung im Reuchlinhaus ein. Eingeladen hierzu waren Bürgermeister und Stadträte, Kommunalpolitiker, Vertreter von Behörden, Verwaltung und Vereinen sowie sonstige Interessierte. Hauptreferent war der damalige Karlsruher Zoodirektor Dr. Birkmann.

Noch bis ins hohe Alter erzählte Ewald Steinle gerne von dieser "Gründungsversammlung". Es gelang ihm, eine breite Basis für die Schaffung eines Wildparkes herzustellen. Ein Förderkreis wurde ins Leben gerufen, der über die Beschaffung von Spenden den Wildpark unterstützen und die Kosten für die Stadt senken sollte.

In den folgenden Monaten begannen mit freiwilligen Arbeitseinsätzen die Vorarbeiten für einen Wildpark. Kostenlos arbeiteten Helfergruppen, darunter Bürgermeister und Kommunalpolitiker, Verwaltungsangestellte, Schulklassen, Vereine und auch die damals in Pforzheim stationierten französischen Buckenberg-Husaren für die gute Sache.

Beginnend mit 3,5 ha Größe startete der Wildpark im Juli 1968. Schon wenige Tage später trat mit dem Tornado ein Rückschlag ein. Aber auch dieses Ereignis konnte die rasche Entwicklung des Wildparks nicht bremsen. In mehreren Bauabschnitten vergrößerte sich das Gelände rasch, bis es 1981 mit 16 Hektar seine für lange Jahre endgültige Größe erreichte.

In den ersten Jahren war Ewald Steinle als Koordinator von Tierbeschaffungen auch praktisch aktiv, z.B. bei der Einfuhr der ersten Wisente aus dem polnischen Nationalpark Bialowieza. Auch an diese "Gründerjahre" erinnerte sich Ewald Steinle stets gerne.

In den folgenden Jahren kümmerte sich der Förderkreis um die Beschaffung von Spenden. Stets zum Jahreswechsel wurden die Pforzheimer Firmen angeschrieben. Von Banken, Firmen, Rotary- und Lions-Club und vielen Privatleuten wurde gespendet, auch eine größere Erbschaft ging ein.

Mit den eingeworbenen Geldmitteln wurde der Wildpark weiterentwickelt: so wurde z.B. das erste Auto beschafft, ein kleines Fahrzeug zur Müllbeseitigung und zum Transport des Wasserfasses zur winterlichen Wasserversorgung der Gehege. Der Förderkreis finanzierte unter anderem auch den Berliner Trinkbrunnen, die Beschilderungen, einen Kühlraum, Wegebaumaßnahmen und die Tierarztkosten. Es folgten Vorfinanzierungen für die Parkscheinautomaten und Automaten zum Futterpäckchenverkauf. Im Jahr 1997 wurde die naturkundliche Begegnungsstätte 'Ewald-Steinle-Haus' errichtet. Auch der Bau des Kinderbauernhofs wurde maßgeblich mit Geldmitteln eines Nachlasses unterstützt, den der Förderkreis entgegennehmen konnte.

In neuerer Zeit gewann der Förderkreis Geldmittel zum grundlegenden Neugestaltung des Mufflongeheges im Eingangsbereich. Auch das jüngste, noch nicht abgeschlossene Projekt - die Neuanlage eines Luchs-Freigeheges - wäre ohne eine große Spende, die der Förderkreis verbuchen konnte, nicht zu verwirklichen gewesen.

So war der Förderkreis Wildpark - im Wesentlichen Ewald Steinle - über die vergangenen 40 Jahre maßgeblich an der positiven Entwicklung des Wildparks beteiligt. Dies bewirkte er einerseits durch die eingebrachten Geldmittel, andererseits durch eine stets wachsame, teils kritische Begleitung der Einrichtung. Immer war er bemüht, die Attraktivität des Wildparkes zu steigern. Wenn es sein musste, äußerte er deutlich seine Kritik und mahnte Abhilfe an, so z.B. am baulichen Zustand von Zäunen, Gehegen, Wegen und der Beschilderung, aber auch an der personellen Situation. In dieser Rolle wirkte er als unermüdlicher Antreiber, auch wenn seine Kritik in Einzelfällen durchaus als unbequem empfunden wurde.

Zum Ende des Jahres 2005 legte Ewald Steinle sein Amt als Vorsitzender des Förderkreises aus Altersgründen nieder. Im Januar 2006 wurde der Förderverein Wildpark Pforzheim e.V. gegründet, der aus dem Förderkreis hervorging und nahtlos für die Zukunft die Unterstützung des Wildparkes übernimmt.

Für Ewald Steinle war der Wildpark sein Lebenswerk: einerseits oft unbequem und hartnäckig, so war er in der Sache doch stets absolut zuverlässig und verlässlich bei der Einhaltung von Zusagen und Erfüllung von Verpflichtungen.

Die Höhepunkte seines Schaffens waren es, zunächst überhaupt die Gründung eines Wildparkes gegen Widerstände durchzusetzen, dann der Bau der naturkundlichen Begegnungsstätte im Jahr 1997, vom damaligen Ersten Bürgermeister Siegbert Frank "Ewald-Steinle-Haus" getauft (hier zeigte sich Ewald Steinles Hartnäckigkeit: vom Vorhaben bis zur Verwirklichung des Baus dauerte es 10 Jahre !) und schließlich der Kinderbauernhof, eine der beliebtesten Einrichtungen des Wildparkes.

Ewald Steinle starb am 27. Februar 2006, wenige Tage nach seinem 91. Geburtstag.

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